Vertragsrecht jura-basic (Foto Drohnenfotos) - Grundwissen
   
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Urheberrecht (Fotograf, Fotografie)

4. Drohnenfotos

Drohnen sind nicht nur Spielzeuge, sondern können auch als Fotoapparate genutzt werden. Mit Drohnen können Fotos aus der Höhe gemacht werden, z.B. können Personen, Bauwerke, Skulpturen, Straßenfeste oder Gärten aus der Luft aufgenommen werden.

Sofern fremde Personen mit Drohnen fotografiert werden ist das allgemeine Persönlichkeitsrecht und das Recht am eigenen Bild nach dem Kunsturhebergesetz zu berücksichtigen. Zum Persönlichkeitsrecht des Einzelnen gehört das Recht zu bestimmen, ob über seine Person ein Abbild (Bildnis) erstellt werden darf. Ist ein Bild (Bildnis, Abbild) einer Person erstellt worden, ist das Recht am eigenen Bild nach dem Kunsturhebergesetz zu berücksichtigen. Das Recht am eigenen Bild regelt, ob ein erstelltes Bild einer Person verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden darf. Grundsätzlich dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Die Einwilligung gilt im Zweifel als erteilt, wenn der Abgebildete dafür, dass er sich fotografieren lässt, eine Entlohnung erhält. Ohne Einwilligung dürfen bestimmte Personen verbreitet und zur Schau gestellt werden, z.B. Bildnisse aus dem Bereiche der Zeitgeschichte oder Bilder, auf denen die Personen nur als Beiwerk neben einer Landschaft oder sonstigen Örtlichkeit erscheinen (siehe Recht am eigenen Bild).

Sofern urheberrechtlich geschützte Werke (z.B. Werke der Baukunst oder Skulpturen) fotografiert werden, ist das Urhebergesetz zu beachten. Ohne Zustimmung des Urhebers dürfen Werke, die sich bleibend an öffentlichen Orten (z.B. Straßen oder Plätze) befinden, fotografiert (vervielfältigt) und vermarktet werden (sog. Straßenbildfreiheit, Panoramafreiheit). Bei Luftaufnahmen sind Einschränkungen zu beachten (siehe urheberrechtliche Panoramafreiheit).

Die Fotografie (Vervielfältigung) von nicht geschützten Werken fällt nicht unter die urheberrechtliche Panoramafreiheit. Trotzdem dürfen private Sachen (z.B. Hauswand) von öffentlichen Plätzen aus vervielfältigt und die Kopien (Fotos) ohne Zustimmung des Eigentümers verbreitet werden. Denn die Ablichtung eines fremden Gegenstandes (Sachfotografie) lässt die Substanz des Gegenstandes unberührt. Die Ablichtung eines fremden Gegenstandes führt zu keiner Eigentumsverletzung und führt auch sonst zu keiner Eigentumsbeeinträchtigung. Denn die Ablichtung hindert den Eigentümer nicht daran, mit der Sache nach Belieben zu verfahren und stört ihn auch nicht in seinem Besitz (BGH, 9. März 1989 - I ZR 54/87 unter I.2b; Friesenhaus). Etwas anderes gilt, wenn ein Foto auf einem fremden Grundstück gemacht wird, nach Betreten des Grundstücks. Denn zum Recht des Eigentümers gehört das Recht, darüber zu entscheiden, wer das Grundstück betreten darf und zu welchen Bedingungen dies ermöglicht wird. Fotografieren auf fremdem Grundstück ohne Erlaubnis des Eigentümers ist ein Eingriff in den Zuweisungsgehalt des Eigentums und damit eine Eigentumsbeeinträchtigung (siehe Sachfotografie). Dies ist auch für Drohnenfotos von Bedeutung. Der Eigentümer eines Grundstücks kann grundsätzlich bestimmen, ob auf seinem Grundstück fotografiert werden darf, entweder im Rahmen des Betretens des Grundstücks oder des Überfliegens. Das Recht des Eigentümers eines Grundstücks erstreckt sich auf den Raum über der Oberfläche (Luftraum) und auf den Erdkörper unter der Oberfläche (§ 905 BGB@). Geschützt ist die ungestörte Benutzung des Eigentums, dazu gehört auch der Raum über der Oberfläche, der Luftraum. Der Eigentümer kann jedoch Einwirkungen nicht verbieten (nicht ausschließen), die in solcher Höhe vorgenommen werden, dass er an der Ausschließung (z.B. Nutzung des Luftraums) kein Interesse hat (§ 905 BGB@). Ab welcher Höhe der Grundstückseigentümer an der Nutzung des Luftraums zum Fotografieren kein Interesse hat, ist abhängig vom Einzelfall.

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Seite aktualisiert: 20.06.2017, Copyright 2017